Beitragvon ArminStaudt » Sa 5. Apr 2014, 13:22
Also grundsätzlich würde ich Dir raten Dir ein gutes PS-Forum zu suchen, wo man auch mehr in die Tiefe geht und man auch mal den ein oder andern Beitrag lesen kann um was zu lernen. Ich habe aber nix dagegen mein Wissen weiter zu geben. Ich sitze an PS seit der Version 2.
1. RAW ist das Rohformat der Daten wie sie vom Sensor der Kamera aufgefangen werden.
2. Die RAW-Dateien können aber gar nicht dargestellt werden, erst, wenn sie entwickelt wurden. Das ist durchaus vergleichbar mit einem alten Fotolabor.
3. Das Labor ist der DNG-Konverter von Adobe oder Dein Programm, dass mit der Kamera geliefert wurde.
Erst wenn das das RAW entwickelt wurde, kannst Du es in PS öffnen oder als jpg etc. exportieren...
Die Ausgabeformate sind was ganz anderes als das RAW-Format.
idR. würde ich davon abraten die mit der Kamera gelieferten Programme zu nutzen. Dafür hast Du Dir ja die Adobe-Programme gekauft.
Das geniale am RAW-Format, neben den vielen Möglichkeiten der Entwicklung ist, dass Du die RAW-Daten niemals veränderst, sondern die Entwicklung einfach nur ein Meta-Daten-File ist, dass dem Konverter sagt, wie das RAW interpretiert werden soll. Dh. Du kannst zB. in Lightroom 100 Kopien mit verschiedenen Entwicklungen von einem Bild anlegen, ohne, dass das Original RAW jemals verloren geht, oder verändert wird oder Du mehr als ein paar K an Daten mehr hast.
Erst wenn Du die Entwicklung als jpg exportierst oder in PS bearbeitest und abspeicherst entstehen neue Daten, MB's etc.
Meist reicht es schon aus, in Lightroom die RAW-Daten zu entwickeln und als jpg zu exportieren ohne jemals PS dafür öffnen zu müssen. Es gibt da so zahlreiche und einfache Möglichkeiten sehr gute Ergebnisse allein in LR zu erreichen. Erst, wenn Du etwas freistellen musst oder größere Retusche nötig sind, gehe ich nach PS. Am besten man macht so gute Fotos, dass man die Arbeit mit PS quasi vermeiden kann.
Mein Workflow sieht in etwa so aus:
1. Import direkt von der Kamera via LR und zwar mit der Option, die findet man ganz oben in dem Dialog "als DNG" kopieren. Erst das Konvertieren in das Adobe-eigene RAW Format DNG ermöglicht Dir, auch noch in 10 Jahren Deine RAW Daten lesen zu können. Zu solchen Themen suchst Du einfach mal nach "michel mayerle", das ist ein schweizer PS-Guru, der sich mit den technischen Aspekten sehr gut auskennt.
Mit der Zeit wirst Du in LR eine bestimmte Arbeitsweise entwickeln, bestimmte Dinge mit Fotos immer machen, diese kannst Du dann in ein User-Preset abspeichern und gleich beim Import anwenden.
2. Bilder in LR sichten, alles was Mist ist gleich löschen die anderen im Entwicklungsmodul entwickeln und ggf. dann über LR in PS öffnen. Ich mache das immer via Rechtsklick - bearbeiten - als (Smart)Objekt öffnen. Was immense Vorteile bringt in der Arbeit in PS.
3. Wenn die RAW's über LR geöffnet wurden erscheinen sie nach dem Speichern automatisch in LR und können von hier aus dann als jpg oä. exportiert werden und dann ihren Weg in die Agenturen finden. Die PS-Dateien behalte ich grundsätzlich erst einmal. Erst wenn ich nach ein paar Monaten der Meinung bin, dass ich da nix mehr ändern will und das Foto bei jeder Agentur angenommen wurde die mir wichtig ist, dann überlege ich ev. die ein oder andere Ebene in PS einzustampfen. Ich arbeite grundsätzlich in 16bit-Format, was die Dateigrößen noch um einiges steigert und die Verarbeitung in PS verlangsamt.
Ein Bild in 16bit mit normaler Beauty-Retusche hat bei mir ca 600 bis 1200 MB. Das sind dann idR um die 10 Pixelebenen. Nur die Ebenen in PS die auch Pixel beinhalten vergrößern auch die Datei. Korrektureben zB. nicht.
4. Alle finalen jpg-Versionen kommen bei mir nach dem Hochladen an die Agenturen komplett mit Metadaten (Keywords etc) in einen Ordner der wiederum grob in Themen unterteilt ist. Diese Bilder kommen aber nicht in den LR-Katalog, dort habe ich nur DNG und PS-Dateien.
Wenn Du Dich dann mal bei einer neuen Agentur bewirbst, kannst du einfach diesen Final-Ordner per FTP hochladen und ersparst Dir damit das erneute exportieren. Alle anderen jpg-Version kommen bei mir in den Müll. Also als Grundlage dienen immer die DNG und PS-Dateien, die im Katalog liegen.
Grüße an meine alte Heimat, aus Berlin