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Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Diskussionen zu Stockseiten allgemein
Kenny
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Kenny » Sa 6. Jan 2018, 17:10

Andie: Es gibt doch noch ein Mittelding zwischen "volle Kanne hochladen" und "erstmal auf Eis legen". Lade doch gelegentlich Deine besten Bilder hoch, verlier es nicht aus den Augen aber investiere auch nicht zu viel Zeit und Herzblut. Mein Vorschlag.

An meine Vorredner: Ich bin ein Fan von Microstock. Wer im Internet eine gute Idee hatte und/oder früh dabei war, den hat das Internet reich gemacht. Beispiele: Amazon, Ebay, Facebook, Autoscout, Immoscout usw. Das muss einem nicht gefallen, ist aber so. Auf der anderen Seite haben wir dadurch die relative Sicherheit, dass Fotolia, Shutterstock und IStock wahrscheinlich nicht mehr verschwinden werden. Ich denke, überall gibt es was zu mäkeln, aber bei den Stockagenturen doch deutlich weniger als bei Amazon und anderen. Nicht jedem gefällt alles, aber es herrscht ein guter Ton, Fragen werden schnell beantwortet u.s.w. Das bei über hunderttausend Anbietern, die täglich über eine Million Bilder hochladen, auch mal Standardantworten auf Fragen kommen oder eine Antwort eine Woche dauert - geschenkt. Das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung.

Dazu kommt, dass mich die Stockfotografie persönlich unglaublich bereichert hat. Ich nehme Dinge wahr, an denen ich früher achtlos vorbei gegangen bin, ich spreche mit Leuten (Köchen, Landwirten, Handwerkern, Sportlern) um mehr die Dinge zu erfahren, die ich fotografiere, ich interessiere mich, wann was geerntet wird und achte viel mehr auf den Stand der Sonne. Ich bin immer auf der Suche nach interessanten Motiven, was dem natürlichen Jagdinstinkt eines Mannes entspricht. Nebenbei ist mein Englisch besser geworden, da ich außer bei Fotolia immer auf Englisch verschlagworte. Sogar meine Familie profitiert davon, weil ich mich z. B. in einem Zoo stundenlang aufhalten kann, wo mir früher nach zwei Stunden langweilig wurde. O.k., ich hör mal langsam auf ... ;)



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Heiko Küverling
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Heiko Küverling » Sa 6. Jan 2018, 18:53

Ich bin ebenso ein Microstock-Fan. Ich sehe mich auch nicht als "billige Arbeitskraft" für die Agenturen, wie es outdoorpixel beschrieben hat. Ich sehe das Ganze auch nicht als arbeitsintensiv an, denn ich verbinde das Fotografieren ja mit anderen Hobbys (Wandern, Städtetripps usw.) Die billigen Bild-Preise kommen zustande, da Agenturen durch günstige Abo-Preise ihre Kunden möglichst an sich binden wollen. Das macht die Agenturen aber nicht unbedingt reich. Die werden bestimmt gut verdienen, dass müssen die aber auch, da die Mitarbeiter ja auch nicht ohne Geld nach Hause gehen wollen.
Wer aber fotografieren als Belastung ansieht, und lieber Pfandflaschen sammeln möchte der kann das ja machen (da benötigt man auf jeden Fall weniger Kreativität).
Für ein Stockfotoforum währe es auf jeden Fall schlecht, wenn sich alle von der Stockfotografie verabschieden und Flaschen sammeln, den dann könnte man hier nichts mehr lesen. Außerdem hätte man dann jede Menge Konkurenz und würde nicht viele Flaschen finden.

Kenny
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Kenny » Sa 6. Jan 2018, 20:22

Außerdem hätte man dann jede Menge Konkurenz und würde nicht viele Flaschen finden.


Was für eine schreckliche Vorstellung!

Steffi
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon Steffi » Sa 6. Jan 2018, 21:23

Das ist ja mal eine interessante Diskussion.

Da stellt man sich direkt die Frage, wie hoch ist Heiko seine Miete? :lol:
Und wenn man das Flaschen sammeln fotografiert, kann man doppelt abkassieren ;)

Das war Spaß, falls das jetzt jemand persönlich nimmt :)

Aber mal ernsthaft.

Das mit den Agenturen hat halt zwei Seiten.

Diese Abos sind bestimmt ärgerlich, aber es stimmt auch, dass die Agenturen deswegen nicht unbedingt reich werden. Vielmehr geht es dabei um das fest kalkulierbare Einkommen und wie Heiko schon sagte um die Kundenbindung.

Dann muss man auch mal bedenken, dass die Agenturen gar nicht die Profi-Fotografen ansprechen. Auf Shutter seiner Startseite steht, verdiene mit deinem Hobby Geld. Auch das immer mehr Handyfotos verkauft werden, zeigt deutlich wohin die Reise geht. Wenn jemand der Meinung ist, seine Fotos sind zu schade um sie für 20 cent zu verkaufen, dann muss man in den Makrostock-Bereich gehen oder als Auftragsfotograf arbeiten, bzw sie über das Internet selbst verkaufen.

Das schöne an den Agenturen ist, man hat alle Freiheiten. Niemand schreibt einem vor, was man machen muss oder wie viel. Man braucht sich um nichts zu kümmern, hat keine nervigen Kunden am Hals oder muss selbst versuchen Kunden von den eigenen Werken zu überzeugen.

@Andy
Ich weiß nicht, warum du so unzufrieden bist. Ich habe ende Februar angefangen, hatte am Anfang ein par Verkäufe und dann habe ich ca 3 Monate erst mal gar nichts verkauft, nicht ein Bild :lol:

Ich habe trotzdem immer weiter gemacht, eigentlich hat mich das sogar angespornt schneller zu produzieren. Ab Oktober hat es erst angefangen besser zu werden und bis jetzt lässt sich eine kontinuierliche Steigerung erkennen. Ich werde trotzdem weiter machen, weil ich das einfach will und mir das Spaß macht.

Irgendwann will ich mir vielleicht auch nochmal einen eigenen Shop zulegen, um noch ein anderes Standbein aufzubauen. Aber jetzt werde ich mich erstmal um die Agenturen kümmern.

Grüße Stefanie

hobbystocker
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon hobbystocker » So 7. Jan 2018, 11:53

Hinter der ganzen Stockfotografie gibt es immer auch eine statistische Größe.
Einerseits der Trend zu Abo. Dann die steigende Anzahl der Microstock Kunden und die wachsende Bilderflut.
Nimmt man nun so Schätzungen aus den Foren dann würde ich grob geschätzt behaupten dass man derzeit ein etwa ein 1,5 bis 1,8X größeres Portfolio braucht als 2014 um den Umsatz zu halten.
Also so ein typischer Generalist mit etwas Erfahrung hat 2014 etwa 4000 bis 5000 Bilder gebraucht um 1000 Umsatz im Monat zu machen.
Derzeit dürften das bereits 7000 bis 9000 Bilder sein. Also ein RPI von etwa 1,3 bis 1,8.
Die Frage ist irgendwann steigere ich meine Produktion, oder steigere ich meinen RPI einem ich mehr People mache.
Oder versuche ich gleich Makro und Lifestyle.
Egal welchen Weg man geht. Man wird eine ordentliche Portfoliogröße brauchen bis es läuft.
Wenn man nun den Sinn hinterfragt. Es ist ja etwas Aufwand dahinter. Im Endeffekt zählt immer die Produktivität.
In der Zeit die ich im Jahr in Foren und Internet verbringe würde ich geschätzt 2000 Bilder produzieren.

v.poth
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon v.poth » So 7. Jan 2018, 12:07

Andie_Alpion hat geschrieben:Erst mal ein gutes neues Jahr an alle!

Im Fotalia-Thread wurden ja zuletzt diverse Enttäuschungen auch von erfahrenen Stockfoto-Fotografen geäußert (Bezahlung, Rückgang der Downloads, Umgang der Agenturen mit Fotografen etc.).
Ich bin seit 6-7 Monaten (je nach Agentur) dabei und mein Fazit ist ernüchternd, obwohl ich schon relativ große Portfolios in der Zeit aufgebaut habe.
Adobe/Fotalia: 359 Fotos, 11 Downloads
Shutterstock: 621 Fotos, 45 Downloads
Colourbox: 369 Fotos, 17 Downloads (seit ca. 6 Wochen keine Fotos mehr hochgeladen)
istock: 43 Fotos, 3 Downloads (Hochladen bereits nach 4 Wochen aufgegeben wegen 0,11 Dollarcents Verdienst bei zwei Fotos)

Mag sein, dass meine Fotos nicht der Knüller sind. Vielleicht spielen jedoch auch andere Faktoren eine Rolle, weshalb der Erfolg ausbleibt.

Vielleicht ist es so, dass in dieser Branche kein "Blumentopf mehr zu gewinnen ist". Vielleicht sind Neulinge einfach zu spät dran, und alte Hasen müssen immer mehr kämpfen - angesichts riesiger Konkurrenz an Anbietern.

Ich jedenfalls spiele mit dem Gedanken, das Ganze erst mal auf Eis zu legen.
Wie geht es euch?


Also ich denke auch, wie hobbystocker und Heiko das schon erläuterten, das man erst mal ein gewisses Niveau an Qualität/Quantität im Portfolio erreichen muß, damit man sich sagen kann "Ja, da kommt was bei rum, das lohnt sich". Da können dann als Hobbyknipser schon mehrere Jahre ins Land gehen bis man dort ankommt. Mit zunehmender Erfahrung was die Fotografie, die Bildbearbeitung und die Anforderungen der Stockbranche betrifft, optimiert man den Workflow. Man produziert gezielter, hat weniger Ablehnungen und man benötigt nicht mehr soviel Zeit pro Bild. Das wirkt sich positiv auf das Kosten/Nutzenverhältnis aus.
Ab diesem Punkt hat man dann auch einen gewissen regelmäßigen Umsatz erreicht von dem man sagen kann "Jepp, der Nebenjob bringt was Nennenswertes in die Haushaltskasse". Das kann man heute trotz Preisverfall auch noch schaffen, ist meine Erfahrung.
Die "Durststrecke" bis dahin ist die Hürde die man "Geduld und Spucke", Engagement und Spaß an der Sache überwinden muß.
Ab dann produziert es sich auch entspannter und die Zufriedenheit wächst wieder.
Generell ist es heute schon schwieriger geworden ein Stück vom Kuchen zu ergattern, meine ich. Das Bildangebot der Agenturen ist wesentlich höher als früher und auch die Zahl der Anbieter ist gestiegen, dadurch hat sich die Konkurrenzsituation sicherlich verschärft. Der Kuchen wird auf mehr Anbieter verteilt und man muß heute schon etwas mehr an Qualität/Quantität liefern um da nennenswert mitspielen zu können.
Aber, mal platt gesagt, "wenn es leicht wäre könnt es ja jeder" und "Leicht war es noch nie an Kohle ranzukommen"...

v.poth
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon v.poth » So 7. Jan 2018, 12:54

hobbystocker hat geschrieben:Hinter der ganzen Stockfotografie gibt es immer auch eine statistische Größe.
Einerseits der Trend zu Abo. Dann die steigende Anzahl der Microstock Kunden und die wachsende Bilderflut.
Nimmt man nun so Schätzungen aus den Foren dann würde ich grob geschätzt behaupten dass man derzeit ein etwa ein 1,5 bis 1,8X größeres Portfolio braucht als 2014 um den Umsatz zu halten.
Also so ein typischer Generalist mit etwas Erfahrung hat 2014 etwa 4000 bis 5000 Bilder gebraucht um 1000 Umsatz im Monat zu machen.
Derzeit dürften das bereits 7000 bis 9000 Bilder sein. Also ein RPI von etwa 1,3 bis 1,8.
Die Frage ist irgendwann steigere ich meine Produktion, oder steigere ich meinen RPI einem ich mehr People mache.
Oder versuche ich gleich Makro und Lifestyle.
Egal welchen Weg man geht. Man wird eine ordentliche Portfoliogröße brauchen bis es läuft.
Wenn man nun den Sinn hinterfragt. Es ist ja etwas Aufwand dahinter. Im Endeffekt zählt immer die Produktivität.
In der Zeit die ich im Jahr in Foren und Internet verbringe würde ich geschätzt 2000 Bilder produzieren.


Also ich denke mit solchen stistischen Rechnungen sollte man vorsichtig sein. Ich weiß von Anbietern die einen Umsatz von 1000 mit 300-600 Bildern im Portfolio schaffen und andere die es mit 6-10.000 nicht annähernd schaffen. Man schaue sich mal das Portfolio von Anbietern mit zigtausend Bildern (africastudio, etc.) bei Fotolia an und sortiert die nach "noch unentdeckt", dh. das wären dann die unverkauften Bilder. Da bleibt einem die Spucke weg, da haben manche 70-90% Bilder im PF die noch nie verkauft wurden.
Generell ist nicht die "Masse" entscheidend, denke ich, sondern eine gewisse "Menge" an guten und verkäuflichen Bildern um einen gewissen Umsatz zu erreichen. Dies kann man mit der "Schrotflinte" oder mit dem "Präzisionsgewehr", wie hier ein Poster mal schrieb, bewerkstelligen. Frage ist da, was ist effektiver und bringt mich am schnellsten zum Ziel?
Ich habe mich da für das "Präzisionsgewehr" mit einer gewissen "Streuung", sprich Serienproduktion, entschieden und fahre ganz gut damit. Meine Miete kann ich noch nicht voll davon bestreiten, aber bin schon recht nahe dran.

AndyA
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon AndyA » So 7. Jan 2018, 13:39

Was für interessante Beiträge von euch, vielen Dank.
@Steffi: 3 Monate Durststrecke ist ganz schön lang. Ich finde es gut, dass du so konsequent weiter gemacht hast.
@Kenny: Ja klar, fotografieren macht natürlich viel Spaß und bringt einen dazu, viel genauer hinzusehen.
Aus anderen Beiträge entnehme ich, dass nicht nur die Größe des Portfolios, sondern auch die Qualität ganz entscheidend ist. Und da habe ich noch viel zu lernen...
Grüße!

spiegel
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon spiegel » So 7. Jan 2018, 14:23

Ich bin über den Umweg eines "Spaßfotoportals", also ganz ohne Geld, zu MS gekommen.
Und "verdiene" jetzt so in etwa den Strom für meine Kameraakkus.
Wobei ich genau davon ausgegangen bin.
Mit MS wirklich ernsthaft (also Zeit- und Leistungsbezogen) Geld zu verdienen, das dürfte für Neueinsteiger heute nicht mehr funktionieren.
Macht aber nix, in erster Linie geht es um Spaß und ja, ein wenig Anerkennung.
Denn jeder DL ist in gewisser Weise eine Art Anerkennung, schließlich hat jemand genau dieses Foto ausgesucht, vllt. sogar aus Millionen anderen.

Wer Profifotograf ist, für den gibt es ja noch die anspruchsvollen Vertrtiebswege, etwa Midstocks mit harten Aufnahmebedingungen oder die eigene HP.
MS jedoch wird sich m.M. zu einem reinen Hobbymarkt weiterentwickeln.
Keine goldene Nase, aber ab und zu mal ein Freibier.

hobbystocker
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Re: Wer zu spät kommt..., oder: Früher war alles besser

Beitragvon hobbystocker » So 7. Jan 2018, 15:47

spiegel hat geschrieben:Mit MS wirklich ernsthaft (also Zeit- und Leistungsbezogen) Geld zu verdienen, das dürfte für Neueinsteiger heute nicht mehr funktionieren.
...............
MS jedoch wird sich m.M. zu einem reinen Hobbymarkt weiterentwickeln.
Keine goldene Nase, aber ab und zu mal ein Freibier.

Das glaube ich jetzt nicht. Wenn man die Uploads mit den Verkäufen vergleicht. Dann werden etwa 30% des jeweiligen Jahres Upload verkauft. Das ist eine gute STR neuer Bilder. Natürlich gibt es auch da eine Schwankungsbreite. Aber 30% STR neuer Bilder sind vollkommend ausreichend um noch ins Microstock Geschäft einzusteigen.
Entscheidend ist die Qualität und Menge die man im Jahr produzieren kann. Und zwei bis 3 Jahre Anlauf.


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