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Die Fragen die ich hab, bevor ich in die Welt der Stockfotografie starte

Diskussionen zu Stockseiten allgemein
mw3600
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Beiträge: 2
Registriert: Mi 3. Jan 2018, 16:45

Die Fragen die ich hab, bevor ich in die Welt der Stockfotografie starte

Beitragvon mw3600 » So 21. Jan 2018, 21:57

Tachen zusammen,
ich spiel gerade mit dem Gedanken, mit der Stockfotografie anzufangen (Nur Stock, keine Auftragsarbeit).
Nach zwei Tagen intensiver Rechere bhab ich aber mehr Fragen als Antwort und hätte gerne Erfahrungsberichte.

Zur meiner Person:
Ich bin zarte 19 Jahre alt und noch Schüler (Berufliches Gymnasium) und komme aus BW.
Ich sehe mich selbst als Fotograf/ Bildbearbeiter und Künstler.
Meine Intention ist jetzt nicht davon zu leben, sondern einfach mein Taschengeld aufzubessern/ mir das viel zu teure Hobby Fotografie etwas zu finanzieren. Und wenns nur 5€ im Monat wären
Meine Größten Gedanken/ Problembreiche sind Recht und Finanzen.

Erstens Recht.
Hier hab ich echt kein Bock irgendwie auf's M##l zu bekommen und hab mir deshalb mal überlegt, was ich den Hochladen würde.
Das wären Landschafts und Naturnahaufnahmen. Natürlich nur von öffentlich zugänglichen Bereichen. Auch vom Ausland (USA, Norwegen und Island). An dieser Stellen würde ich natürlich nochmal die Fotorechte in den einzelnen Ländern nachschauen.
Solange nur Landschaft/ Natur zu sehen ist, sollte das ja keine Probleme geben. Oder hat wer andere Erfahrungen gemacht?
Weiter hab ich vor, mich auch der digitalen Kunst, eine spezielle Idee mit 3D Gebieten und künstlich erzeugten Bildern. Hier sollte ich ja dann nur beachten, dass ich ein Programm verwende, wo die AGBS dies zulassen.
Gibts zum Thema Fotorecht mehr zu beachten?

Zweitens Finanzen
Das Thema was mir wohl am meisten Sorgen macht.
FIANANZEN UND DAS FINANZAMT
So weit ich mich schlaugemacht hab, kriegt man auf den Stockseiten ja "Credits" die spätern in Euronen umgetauscht werden können. Erst beim Umtausch wirds ja interessant.
Aktuell hab ich noch einen Minijob auf 450€ basis, wobei ich aber meistens unter 300€ Gehalt bleibe. Nur am Rande erwähnt.
Natürlich hab ich bei der Stockfotografie keinen Arbeitgeber mehr, den ich beim Finanzamt angeben könnte. Daraus folgt ja eigentlich das man sich als (Gewerbe) Selbständiger melden muss. Da gibts ja dann wieder die Kleinunternehmerregelung.
Da hört der durchblick bei mir auf.
Wie ich das sehe:
Ich geh zum Finanzamt, sag: "Tachen, ich verkaufe Stockbilder, bleib aber unter 450€ im Monat und Tschüss."
Ist natürlich für Deutschland viel zu leicht, dass weiß ich =D.
Wie seid ihr da Vorgegangen auch bei dem Thema Berufsgenossenschaften?

Hab hier im Forum viewtopic.php?t=733 zwar was gefunde, dass hat aber auch wieder Fragen als antworten hervorgebracht.

MfG
Mw3600

spiegel
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Registriert: Sa 5. Aug 2017, 08:55

Re: Die Fragen die ich hab, bevor ich in die Welt der Stockfotografie starte

Beitragvon spiegel » Di 23. Jan 2018, 07:25

Hallo mw3600,

willkommen in der wunderbaren Welt des Stockfotografie.
Ein paar, wenn auch nicht alle, Fragen kann ich versuchen zu beantworten.
Vorweg zu deiner Zielstellung:
5 € / Monat ist eine m.M. nach realistische Zielstellung, passt.

Landschafts und Naturnahaufnahmen. Natürlich nur von öffentlich zugänglichen Bereichen.

Das dürfte im Regelfall problemlos sein, solange dir keine Menschen durchs Bild laufen oder irgendwelche Logos/Beschriftungen zu sehen sind.
Bei vielen Agenturen gibt es aber auch die Möglichkeit, die Lizensierung auf redaktionelle Zwecke (Editorial) zu beschränken.
Dann dürfen auch Personen (als Beiwerk) oder Logos abgebildet sein.

Was die Finanzen angeht, würde ich mich (sorry, Foristas) nicht auf irgendwelche Aussagen aus einem Forum verlassen.
Ich habe mich selbst vor einigen Jahren selbstständig gemacht (nix mit Fotos) und die wichtigstes Quelle, was Steuern etc. angeht, waren tatsächlich die netten Menschen im örtlichen Finanzamt. Die beißen nicht und sind durchaus hilfsbereit, also da würde ich fragen (persönlich nach Terminvereinbarung, nicht per Mail oder Telefon).
Ansonsten ein paar Euro un die Hand nehmen und eine Beratung beim Steuerberater einholen.

Viel Spass beim knipsen und schreiben

mwagner159
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Re: Die Fragen die ich hab, bevor ich in die Welt der Stockfotografie starte

Beitragvon mwagner159 » Do 25. Jan 2018, 15:37

mw3600 hat geschrieben:Ich geh zum Finanzamt, sag: "Tachen, ich verkaufe Stockbilder, bleib aber unter 450€ im Monat und Tschüss."
Ist natürlich für Deutschland viel zu leicht, dass weiß ich =D.

Die 450 Euro beziehen sich auf die Grenze wo bei einem Arbeitnehmerverhältnis Sozialversicherungspflicht eintritt. Da es sich aber bei der Stockfotografie um eine selbständige Tätigkeit handelt brauchst Du in der Tat nur dem Finanzamt mitzuteilen.

Schau eventuell auch mal hier.

misunde
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Re: Die Fragen die ich hab, bevor ich in die Welt der Stockfotografie starte

Beitragvon misunde » Do 25. Jan 2018, 23:58

Hallo mw3600

lass dich bloß nicht dazu verleiten, für deine Stockbilder ein Gewerbe anzumelden.
Du erschaffst Bilder nach deinen eigenen Vorstellungen.
Da kein Auftraggeber existiert, der dir irgendwelche Grenzen setzt, bist du in diesem Bereich ein selbstständiger freier Künstler, egal ob mittels Fotografie, Malerei, digitaler Komposition oder irgendwelcher Mischformen.

Dafür bekommst du vom Finanzamt eine eigene Steuernummer.
Deine Verdienste gibst du jährlich entsprechend an, natürlich auch die Ausgaben, wie Foto-Equipment, Computer, Software, Reisekosten (dazu gehört z. B. auch Vorort -Recherche, selbst wenn kein Bild dabei zustande kommt) u. s. w. -
das Ganze nennt sich dann Einnahmenüberschussrechnung.

Solange du in diesem Bereich nicht über 17.500 Euro im Jahr umsetzt, giltst du als Kleinunternehmer und brauchst keine Umsatzsteuer abzuführen (vereinfacht ausgedrückt). Das erleichtert die Steuererklärung, allerdings kannst du dir die USt von dem was du anschaffst auch nicht vom Finanzamt zurück holen.
Großes Minus sollte lieber nicht allzu lange dabei herauskommen, sonst wird die Stockerei als Liebhaberei gewertet - du bleibst auf den Kosten sitzen und musst trotzdem den Verdienst abführen.

Später, wenn du nicht mehr studierst und vielleicht weiterhin ähnlich tätig sein möchtest, hat der Status als selbstständiger freier Künstler einen weiteren Vorteil:
Sobald dieser Verdienstzweig deinen hauptsächlichen Lebensunterhalt ausmacht, bist du verpflichtet, in die KSK, die Künstlersozialkasse einzutreten. Dann übernimmt der Staat den sonst üblichen Arbeitgeberanteil für Kranken- und Rentenversicherung, weil du ja keinen Arbeitgeber hast.
Das Geld holt sich die KSK von allen zurück, die Künstler für ihre Belange nutzen ohne entsprechende Abgaben zu zahlen.
Achtung: Auftragsarbeiten wie z. B. Hochzeitsfotografie sind für's Finanzamt keine freie Kunst, das rutscht sofort in Richtung Gewerbe.
Bei der KSK zählt z. B. Webdesign nicht als "Kunst", so kreativ es aus sein mag - das 100000ste freiwillig erstellte Foto von freigestellten Tomaten aber schon.

Der Tip, das Finanzamt zu fragen lohnt sich, das tue ich auch regelmäßig und habe bis auf einen Fall sehr positive Erfahrungen gemacht. Dieser eine Fall hätte mich allerdings beinahe in Teufels Küche gebracht. Genauso ist es mir mit Steuerberatern gegangen.

Deshalb, Vertrauen ist gut, zusätzlich selbst informieren ist unerlässlich und Forenposts wie meines sollten höchstens Anregung und niemals Handlungsvorgabe sein. So stellt auch dieses hier nur eine persönliche Meinung dar und hat nicht den geringsten juristischen Hintergrund.

Liebe Grüße
misunde

mw3600
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Re: Die Fragen die ich hab, bevor ich in die Welt der Stockfotografie starte

Beitragvon mw3600 » Sa 24. Feb 2018, 15:20

Vielen Dank für eure Antworten :D


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