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Bildagenturbranche - Wieder ein exklusiver Club?

Diskussionen zu Stockseiten allgemein
mwagner159
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Bildagenturbranche - Wieder ein exklusiver Club?

Beitragvon mwagner159 » Mo 4. Aug 2025, 18:15

Hallo zusammen,

der Microstockbranche wurde in der Vergangenheit nachgesagt, dass sie das Geschäft mit Bilderlizenzen demokratisiert und Einstiegshürden gemindert habe. Zu den Anfängen wurden viele Bilder ja noch über Kataloge verkauft, wo man seine Fotos gerne drin haben wollte. Auch gab es viele inhabergeführte Agenturen und die MFM-Liste stand für "Mittelstandsvereinigung Foto Marketing" wobei ich den Begriff "Mittelstand" heute in dieser Branchen überhaupt nicht mehr passend finde.

Andererseits habe ich den Eindruck, dass die Branche insgesamt wieder ein ziemlich "exklusiver Club" geworden ist. Die Einstiegshürden für eine eigene Agentur sehe ich als enorm hoch an, da man von den Bildbeständen gar nicht irgendwie mithalten kann. Ganz zu schweigen vom Kapital der Bildgiganten, die manchmal sogar an der Börse notiert sind. Vom technischen Know-How ist es sicherlich auch schwer, Server zu warten etc.

Auch sehe ich im BVPA, dass immer mehr Agenturen, insbesondere die kleineren Anbieter über die Jahre einfach verschwunden sind und sich jetzt mittlerweile viel mehr Rechtsexperten statt Agenturen dort ansammeln und interagieren.

Preise wie für Veranstaltungen wie PICTA, BAPLA FOCUS, CEPIC sind enorm hoch über die Jahre und ich habe als Normalsterblicher das Gefühl, da irgendwie nicht mehr in die Szene zu kommen und mit Fotoagenturinhabern und -inhaberinnen zu sprechen. Ein Tagesticket für die PICTA kam für 10-15 Euro daher wobei die Messe allen zugänglich war und heute wird gnadenlos "gesiebt". Ich bekomme den Eindruck, dass man nur als "Professioneller Bildkäufer" gilt wenn in der Emailadresse eine große Organisation wie der Bauer Verlag, dpa hinter dem "at-Symbol" steht.

Die Picture Buyer's Fair war damals sofern ich mich recht entsinne, auch mal kostenlos und das Angebot der Aussteller auch wesentlich größer als das was heute geboten wird aber enorme Eintrittspreise genommen werden. Preise hoch - Angebot runter - so einfach scheint dies zu sein.

Viele Bilanzen von Agenturen, die ich mir über die Jahre über in UK aber auch in Deutschland angeschaut habe, sehen richtig desaströs aus obwohl es sich mal um wirklich anerkannte und respektierte Agenturen handelte, die gut im Geschäft waren.

Wie seht ihr die Branche im Allgemeinen aus Fotografensicht? Außer, dass die Honorare stetig geringer werden und das Bildangebot stetig neue Höhen erreicht?

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Bea
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Re: Bildagenturbranche - Wieder ein exklusiver Club?

Beitragvon Bea » Mo 4. Aug 2025, 21:04

Die ganze Wirtschaft geht den Bach runter. Wenn ich sehe, wieviele Firmen hier vor Ort schließen. Inflation, hohe rechtliche Auflagen usw., wer Selbstständig ist oder eine Firma hat, arbeitet nur noch für die Steuern usw. Die amerikanischen großen Agenturen haben da derzeit bessere Vorraussetzungen. Geht die Wirtschaft kaputt, werden halt auch weniger Bilder gebraucht und gekauft.

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magann
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Re: Bildagenturbranche - Wieder ein exklusiver Club?

Beitragvon magann » Fr 8. Aug 2025, 10:53

Angebot und Nachfrage ist ungünstig für uns Bildschaffende. Das Bild ist sowas von inflationär geworden, man könnte sich auch wundern, dass es dafür überhaupt noch Geld gibt. :-(
AdobeStock: Portfolio

Kenny
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Re: Bildagenturbranche - Wieder ein exklusiver Club?

Beitragvon Kenny » Mi 20. Aug 2025, 23:05

Bea hat geschrieben:Die ganze Wirtschaft geht den Bach runter. Wenn ich sehe, wieviele Firmen hier vor Ort schließen. Inflation, hohe rechtliche Auflagen usw., wer Selbstständig ist oder eine Firma hat, arbeitet nur noch für die Steuern usw. Die amerikanischen großen Agenturen haben da derzeit bessere Vorraussetzungen. Geht die Wirtschaft kaputt, werden halt auch weniger Bilder gebraucht und gekauft.


Da hast Du sowas von recht

mwagner159
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Re: Bildagenturbranche - Wieder ein exklusiver Club?

Beitragvon mwagner159 » Fr 22. Aug 2025, 20:55

magann hat geschrieben:Angebot und Nachfrage ist ungünstig für uns Bildschaffende. Das Bild ist sowas von inflationär geworden, man könnte sich auch wundern, dass es dafür überhaupt noch Geld gibt. :-(


Erinnert mich jetzt irgendwie an das Buch "Profitable Photography in Digital Age: Strategies for Success" von Dan Heller damals.. Er meinte, dass das "Solidarity Model" also dass Fotografen sich zusammen tun um bessere Preise setzen zu können, eigentlich nichts bringt und man die Preisbildung mehr den freien Märkten überlassen sollte.

Da erinnere mich gerne an meine Vorlesung in "Einführung in die Volkswirtschaftslehre" wo der Professor Adam Smith und Karl Marx und auch einige neue "grüne Ansätze" gegenüber gestellt hatte und meinte: "Die Marktwirtschaft, und das ist die Auffassung vieler Ökonomen, neigt zu Konzentrationen".

Ist mir echt im Gedächnis geblieben der Satz. Könnte man jetzt eine eigene Diskussion draus machen.

Bea
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Re: Bildagenturbranche - Wieder ein exklusiver Club?

Beitragvon Bea » Fr 22. Aug 2025, 21:12

mwagner159 hat geschrieben:
magann hat geschrieben:
Da erinnere mich gerne an meine Vorlesung in "Einführung in die Volkswirtschaftslehre" wo der Professor Adam Smith und Karl Marx und auch einige neue "grüne Ansätze" gegenüber gestellt hatte und meinte: "Die Marktwirtschaft, und das ist die Auffassung vieler Ökonomen, neigt zu Konzentrationen".


Karl Marx und grüne Ansätze.....Sozialismus....naja, das hat noch nie funktioniert und ich, als jemand der in der DDR aufgewachsen ist, sehe mit Schrecken auf die heute Politik, die wieder genau in die Richtung geht. Im Sozialismus sind am Ende alle arm.
Ich hatte auch mal BWL und damals wurde noch gelehrt, dass man alle Preise am Markt durchsetzen kann, man braucht nur das richtige Marketing. Konzentrationen gibt es, ja, aber sozialistische Planwirtschaft funktioniert nicht, da wird solange umverteilt, bis keiner mehr was hat. Wenn ich sehe, was ich heute an Steuern zahlen muss und wohin das ganze Steuergeld geht....Deutschland hat keine Zukunft.


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